Jemen-Reisen
Kulturgut Höribach/Mondsee
Jemen & Sokotra - Fremdes Paradies
Fotografien von Dagmar Steffen - Sonderausstellung "Sprache der Kleider" - Kunsthandwerker- und Gartenmarkt „Die Welt als Garten“
Mondsee - „Fremdes Paradies" zeigte eine Ausstellung der Fotografin Dagmar Steffen, die im Mai und Juni im Kulturgut Höribachhof, Mondsee, Österreich zu sehenwar. Die Ausstellung fand im Rahmen der Veranstaltung „Die Welt als Garten“ und des Markts für „Handwerk, Kunst und Garten“ statt.
Die Bilder von Dagmar Steffen zeigen Wüsten, Wadis, Menschen und Natur im „Land der Königin von Saba“, das die Künstlerin mehrfach besucht und in Fotos mit Motiven aus der arabischen Welt fernab der touristischen Pfade festgehalten hat. Unter anderem führte das Fernweh die in Deutschland und Griechenland lebende Fotografin auf die zum Jemen gehörende Insel Sokotra, die wegen ihres Reichtums an seltenen Pflanzen und Tieren als „Galapagos des Indischen Ozeans“ bezeichnet wird. Mit ihrem fotografischen Reisetagebuch folgte Dagmar Steffen außerdem den Spuren der Schriftstellerin Freya Stark durch das Wadi Hadramaut und die Wüste. Die Ausstellung zeigt die atemberaubende Landschaft des Jemen abseits der üblichen Urlaubsfotografie sowie die reiche, zum größten Teil noch unberührte Kultur der dort lebenden Menschen.
Letztere spiegelte sich auch in der kleinen Ausstellung traditioneller jemenitischer Gewänder aus der Sammlung Dagmar Dieterle wider, die parallel zur Fotoausstellung von Donnerstag, 1. Mai bis Sonntag, 4. Mai im Höribachhof gezeigt wurde.
Vernissage der Ausstellung „Jemen. Fremdes Paradies“ war am Freitag, 2. Mai ab 20 Uhr.
Weitere Informationen:
KULTURGUT HÖRIBACH, Höribachhof 2 ,5310 St. Lorenz am Mondsee
Fon: 43(0) 62 32/27 5 85, Fax: 43(0) 62 32/3 66 33
buero@hoeribachhof.at, www.hoeribachhof.at (s. Anfahrt)
Dieterle + Partner, Agentur für Presse und Kommunikation
Haidenholzstraße 42, 83071 Stephanskirchen
Fon 0 80 36/90 37-0, Fax 0 80 36/90 37-17
www.dieterle-partner.de, E-Mail: galerie@dieterle-partner.de
April 2008

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"Jemen & Sokotra - Fremdes Paradies"
Fotoausstellung von Dagmar Steffen im Höribachhof
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Jemen-Reisen
Trekking zwischen Kat und Kaffee
Wanderreise führt vom jemenitischen Hochgebirge bis zum Roten Meer - Über Eselspfade ins entlegene Bergmassiv Bura’
Bummeln durch die Altstadt von Sana’a, eine der schönsten Städte der arabischen Welt, Wandern durch das jemenitische Hochgebirge mit seinen steinernen Wehrdörfern und kunstvoll terrassierten Feldern, Entspannen im subtropischen Wadi: All dies bietet eine neue, zweiwöchige Trekking-Tour des Veranstalters Jemen-Reisen. Die Reise führt die Teilnehmer in Gebiete fernab der touristischen Pfade, die – so wie das Bergmassiv Bura’ - zum Teil erst seit kurzem zugänglich sind. Ein einmaliges Erlebnis für Wanderer, die Land und Leute, Natur und Kultur im Jemen hautnah kennen lernen wollen.
„Zu Fuß unterwegs auf hohem Niveau“, lautet das Motto der Tour, das wortwörtlich zu nehmen ist: Denn die von Jemen-Kennern und Einheimischen organisierte Reise führt unter anderem bis auf 3000 Meter Gebiet des Harazgebirges. Hier erstreckt sich vor den Augen der Wanderer eine wild romantische Landschaft mit terrassierten Feldern und an Hänge gebettete Steindörfer. Die Trekking-Tour führt weiter über die Wege der Einheimischen – vorbei an Kaffee- und Katplantagen. Höhepunkt ist das Bura’ Bergmassiv, das noch vor kurzem nur über Eselspfade zu erreichen war und noch heute eine Welt ohne Autos ist. Bei guter Sicht bietet sich hier ein grandioser Blick bis zum Roten Meer. Durch die Baumwollplantagen der Tihama geht es zum Roten Meer, wo sich die Reisenden von der Bergwanderung erholen können. Auf dem Programm steht außerdem die Besichtigung der Städte Zabid (UNESCO-Weltkulturerbe), Taiz und Jiblah. Den Anfangs- und Endpunkt der Trekking-Tour setzt die Hauptstadt des Jemen, Sana’a, mit ihrer von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannten Altstadt. Enge verwinkelte Gassen mit mittelalterlichem Flair, Moscheen und Märkte sowie zahllose Hamams (Bäder) bestimmen das Bild dieser lebendigen, orientalischen Stadt.
Vom jemenitischen Hochgebirge ans Rote Meer: Die Reise, die im regenarmen Herbst und Frühjahr angeboten wird, erfordert von den Teilnehmern eine gute Kondition und Trittsicherheit. Das Gepäck wird mit Jeeps zu den Unterkünften (Zelt und Herbergen) transportiert. Informationen zum Reiseverlauf, Terminen und Preisen erteilt der Veranstalter Jemen-Reisen, www.jemen-reisen.de, Ruf: 08036/9037-0, info@jemen-reisen.de.
Weitere Informationen:
Dieterle + Partner, Agentur für Presse und Kommunikation
Dagmar Dieterle, Haidenholzstraße 42, 83071 Stephanskirchen
Fon 08036/9037-0, Fax 08036/9037-17
www.presseservice.net, jemen@presseservice.net
Über einen Beleg freuen wir uns! Mai 2007

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Jemen und Sokotra online
Stephanskirchen: Unter www.jemen-reisen.de können sich von Fernweh geplagte Surfer in das Land der legendären Königin von Saba einklicken. Auf der Webseite informiert der erfahrene Reiseveranstalter Jemen-Reisen über sein umfangreiches Tourenprogramm.
Von der Wüstendurchquerung mit und ohne Kamel, über Trekking-Touren durch das zerklüftete, knapp 3000 Meter hohe Harazgebirge und Reisen auf die im Indischen Ozean gelegene Insel Sokotra bietet Jemen-Reisen alles, was Abenteuerlustige unter Urlaub fernab des Massentourismus verstehen. Interessenten, die das Land in einer kleinen Gruppe oder ganz individuell bereisen wollen, können unter www.jemen-reisen.de nicht nur einen Tripp in das Land mit dem Charme aus 1001 Nacht buchen, sondern sich auch Informationen für einen Jemen-Urlaub einholen. Der auf Jemen und Sokotra spezialisierte Veranstalter, der seine Gäste seit über zehn Jahren zuverlässig und sicher durch das Land führt, steht Interessenten natürlich auch auf traditionellen Wegen direkt per Post und Telefon zur Verfügung.

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Weitere Informationen:
Dieterle + Partner, Agentur für Presse und Kommunikation, Dagmar Dieterle
Haidenholzstraße 42, 83071 Stephanskirchen
Fon 08036/9037-0, Fax 08036/9037-17
www.presseservice.net, jemen@presseservice.net
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Sokotra - Die Insel zum Sein
Auf einem der letzten Naturmuseen der Welt
von Dagmar Dieterle
Sokotra: Stille – nichts als Stille: Auf
Sokotra, der Insel des „Glücks“, erhält der Ausdruck eine neue Bedeutung. Wer
über die staubigen, vom Monsun ausgewaschenen
Pisten dahinschaukelt, gemächlich an bizarren Drachenblut- und
weit auskragenden Weihrauchbäumen,
kristallklaren Süßwasserbecken und
Bergmassiven vorbeifährt, an denen sich
die Wolken zu merkwürdigen Gebilden
verfangen haben, der erfährt Stille ganz
neu. Abstand gewinnen, in sich hineinhorchen,
Natur neu wahrnehmen: Der Archipel
im Indischen Ozean bietet all dies
und mehr – vorausgesetzt, der Gast lässt
sich ein auf das grandiose Naturschauspiel,
fühlt sich nicht verstört, wenn er
tagelang kaum einer Menschenseele begegnet,
ist bereit, nach einer Nacht am
Meer im klammen Schlafsack zu erwachen
oder sein Quartier unter einem einfachen
Palmdach aufzuschlagen.
Natürlich ist das Glück, das Sokotra
den Namen gab, eine Frage des persönlichen
Empfindens. Offiziell stellt die Insel
den ärmsten Teil des Jemen dar. Die
Einheimischen außerhalb der Hauptstadt
Hadibu leben in der Mehrzahl unter der
Armutsgrenze – ohne Elektrizität und
fließendes Wasser, in einfachen, fensterlosen
Steinhütten, die sich fernab der
wenigen asphaltierten Straßen zu kleinen Streusiedlungen zusammenfinden.
Auch für den typischen Pauschaltouristen,
der Urlaubsglück mit Vier-Sterne-
Service, faulen Nachmittagen am Pool
und feucht-fröhlichen Abenden an der Hotelbar verbindet, ist Sokotra kein erstrebenswertes Ferienziel.
Dabei hat die Insel, die 240 Kilometer
von der Küste Somalias entfernt liegt,
rein äußerlich all das zu bieten, was ein
Touristenherz ins Schwärmen bringt:
kilometerlangen, blütenweißen Sandstrand,
azurblaues Meer, ein Paradies für
Taucher und Schnorchler, einsame Lagunen,
dichte Palmenwälder.
Eine Reise nach Sokotra beginnt bereits
im Flugzeug mit einer grandiosen
Perspektive: Wie eine Perlenkette
schlingt sich der blütenweiße Sandstrand
um den Archipel. Die Hauptstadt, wo zwei Hotels mit einfachen Zimmern die vielen Wissenschaftler, meist im Auftrag
der UNO-Entwicklungshilfeorganisation unterwegs, und die wenigen Touristen beherbergen, bestimmen flache
Steinbauten das Bild vor der Kulisse des
gewaltigen Haghir-Gebirges. Die nach
außen fensterlosen Häuser gruppieren
sich um Innenhöfe, in denen jeweils eine
einzelne Dattelpalme etwas grünen
Schmuck darstellt.
Im Landcruiser kutschiert der Socotri
Abdullatif seine Gäste im Schritttempo über die unwegsame Piste quer über die
40 Kilometer breite Insel nach Nojad.
Alles, was für den Ausflug zum Übernachten,
Kochen, Essen, Waschen und Bekleiden
benötigt wird, ist auf dem Dach und
im Kofferraum verstaut. In den kleinen,
oft nur während der Dattelernte bewohnten
Dörfern, in den wenigen ausgewiesenen
Quartieren unter freiem Himmel und
am Strand gibt es weder Restaurants
noch Cafés, weder Geschäfte noch Hotels.
Abdullatif lenkt das robuste Fahrzeug
hinauf zu den Granittürmen des mächtigen
Haghir-Gebirges, hinein in turmhohe
Höhlen, in denen verlassene Feuerstellen
davon zeugen, dass hier die Einheimischen
während der Monsunzeit Unterschlupf
finden, hinunter zu schütterem
Buschland, dessen Gras in die Fußsohlen
sticht wie spitze Nadeln, und zu dichten
Palmenwäldern mit glasklaren Süßwasserbecken,
an deren Uferrändern seltene
Orchideen ihren Duft versprühen. Lautlos
drehen über den Köpfen der Reisenden
die Schmutzgeier, die weltweit größte
Population dieser Ordnungsvögel, ihre
Runden, während zu den Füßen Riesenspinnen in ihren Netzen auf Beute warten.
Das Abenteuer Sokotra haben angesichts
der vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt
früher vor allem Botaniker und Zoologen
gewagt. Für sie besteht die Anziehungskraft
der „Insel der Glücks“ vor allem in ihrem einmaligen Reichtum an Flora und Fauna, den die Insel einem
glücklichen Umstand zu verdanken hat:
Noch bis vor wenigen Jahren war sie von
der Außenwelt fast das ganze Jahr hindurch
abgeschnitten. Einen Verkehrsflughafen gibt es erst seit 1999. Vorher landeten nur selten ein paar kleine Flieger
auf der unwegsamen Schotterpiste von Mori. Auch ein sicherer Zugang per Schiff war nur von Ende November bis
Anfang April möglich. Im Sommer toben
auf dem Archipel schwere Monsunstürme, noch im Oktober ist mit heftigem
Dauerregen zu rechnen.
Dieser Isolation, verursacht durch eine seit 15 Millionen Jahren fehlende Landverbindung
zum Horn von Afrika, verdankt
der aus vier Inseln bestehende Archipel
seine Charakterisierung als „Galapagos
des Indischen Ozeans“. Weltweit
gibt es nach Einschätzung der Vereinten Nationen kein zweites Gebiet, dessen
ökologisches Gleichgewicht so im Lot ist wie auf Sokotra. Etwa 30 Prozent aller Pflanzen kommen nur hier und nirgends
sonst auf dem Erdball vor. Auch die
Tierwelt verfügt über einen einmaligen
Reichtum an Endemiten. Von den über
100 Vogelsorten gelten sieben als einzigartig.
Als eine der zehn Inselgruppen der
Erde mit den meisten endemischen Formen
erklärte die UNESCO Sokotra deshalb
2003 zum „Mensch- und Biosphären-
Reservat“. Ein Schutzprogramm, das
die Inseln in vier unterschiedliche Zonen
unterteilt, soll dieses einzigartige Naturmuseum
für die Nachwelt erhalten. Verantwortlich
für die Umsetzung ist das United Nations Development Program (UNDP), das seit 1996 Wissenschaftler,
Naturschützer, Ethnologen und Geographen
auf den Archipel schickt. Projektmanager
Ahmad Said Suliman schwärmt
in seinem Büro in der Hauptstadt Hadibu
von der guten Zusammenarbeit der
Projektunterstützer, zu denen neben der
Republik Jemen auch die Regierungen
der Niederlande, von Italien und Polen
gehören.
Zum außergewöhnlichen Naturerbe gesellt sich auf Sokotra eine ebenso einmalige Geschichte, die ihr Glück aus einem
Reichtum an Legenden und Mythen ist. Durch die exponierte Lage am südlichen Eingang zum Roten Meer, den
Reichtum an Süßwasser, Weihrauch,
Myrrhe und Aloe kam dem Archipel
bereits in der Antike eine große Bedeutung
zu. Zu den Zeiten Abrahams reisten
Händler aus Ägypten, Afrika, Indien und
Arabien auf die Insel. Die alten Ägypter
verehrten Sokotra als die „Insel der Götter“.
Mit dem Harz der heiligen Bäume balsamierten sie ihre Mumien ein. Das
hadramitische Königreich wickelte über
Qana, das heutige Bir Ali, seinen Handel
ab. Der Apostel Paulus soll im ersten Jahrhundert
nach Christus auf Sokotra sogar
eine christliche Gemeinde gegründet
haben. 524, so ein Reisender, unterstand
der Archipel dem Nestor Katholikus von
Babylonien. Im Jahr 900 ging von Sokotra
die Missionierung des Jemen aus. Als
Marco Polo Ende des 13. Jahrhunderts
auf dem Weg nach China auf der Insel
Station machte, waren die Kirchen sogar
noch vorhanden. Mehr als ein Jahrtausend
lang war die Bevölkerung christlich, bis sie im 15. Jahrhundert unter die
Herrschaft südarabischer Königreiche geriet. Als sich der Sultan von Qishn 1834 weigerte, die Insel den Briten zu
übergeben, wurde sie von der East Indian Company besetzt. Von 1876 bis 1967 unterstand sie der britischen Verwaltung.
Heute gehört Sokotra zur Republik Jemen.
Während sich im Küstenbereich
eine gemischtrassige Bevölkerung aus
Arabern, Indern, Afrikanern und Portugiesen
niedergelassen hat, lebt in der
Bergregion eine Urbevölkerung, die noch
eine uralte, ungeschriebene südarabische
Sprache pflegt.
Angesichts dieser historischen, botanischen
und biologischen Einmaligkeit ist
der Tourismus Fluch und Segen zugleich:
Auswärtige Investoren stehen mit
ehrgeizigen Plänen für Bettenburgen und
Golfplätze bereits in den Startlöchern.
Begehrtestes Ziel: der Korallenstrand
von Delisha, 15 km von der Hauptstadt
Hadibu entfernt. Ahmad Said Suliman
sieht im Massentourismus jedoch das
diffizile ökologische Gleichgewicht der
Insel in Gefahr. Er setzt auf einen sanften
Tourismus für Menschen, welche die
Einsamkeit einer unberührten Landschaft
dem Hoteltrubel vorziehen, die
beim Betrachten von Naturschönheiten
eher ihr Glück finden als auf dem englischen Rasen eines Ferienparks.
Auf seinen Reisen entlang der Küsten oder durch die Bergregionen trifft der Reisende Menschen, die noch so autark
und einfach leben wie vor Jahrhunderten.
Stolz sind die Einheimischen auch auf
ihre kulturelle Eigenständigkeit: Wer
Glück hat, wird von ihnen spontan eingeladen
zu einem Tanzfest, das in einem
nur spärlich beleuchteten, dörflichen
Innenhof in leuchtend-bunte Tücher gehüllte
Frauen und Männer zusammen-
Flaschen- und Drachenblutbäume
Drachenblutbäume
führt. Zu eintönigen Trommelklängen
stampfen die stark geschminkten und mit
reichlich Schmuck behängten Tänzerinnen
und ihre Begleiter zur Musik – andächtig
und versunken in den Rhythmus
vergessen sie Raum und Zeit.
Ähnlich ergeht es dem Touristen, wenn
der Landcruiser bei seinen Ausflügen über die Insel vor den bis zu acht Meter
hohen, bizarren Drachenblutbäumen,
den Wahrzeichen Sokotras, Halt macht.
Der Name des Baums, so eine Legende,
geht auf die Bluttat von Kain und Abel
zurück. Eine andere Sage erzählt vom
Kampf eines Drachen mit einem Elefanten.
Aus dem Blut der beiden Tiere, die
hierbei den Tod fanden, entstand der
Baum, berichten Einheimische. In der
Tat fließt aus der Rinde ein durchsichtiges,
rötlich-braunes Harz. Das Drachenblut
wird in der Medizin und als Farbstoff
für Marmor, Leder und Holz eingesetzt.
Auf den Anhöhen des Kalksteinplateaus
von Sokotra schlängeln sich Gurken und
Flaschenbäume mit ihren geschwollenen
Stämmen, daneben stehen knorrige
Weihrauchbäume, von denen auf Sokotra
allein sieben Arten vertreten sind.
„Wollen Sie noch etwas Schöneres sehen?“
fragt Abdullatif und lacht seine
Reisegruppe vielversprechend an. Wenige
Minuten später ist das ganze Reisegepäck
in einem kleinen Fischerboot verstaut
und tuckert von Qalansiya aus an
einer felsigen Küste vorbei ins offene
Meer. Nach rund einstündiger Fahrt öffnet sich eine kleine Bucht mit feinstem
Sandstrand, die der Führer als Strand- und
Nachtlager ausgewählt hat. Zum Abendessen
zieht der Fischer und Bootseigner
mit einem einfachen Nylonfaden einen
Fisch aus dem Meer. Zwischendurch
taucht wie aus dem Nichts ein zweites
Boot auf – eine festlich gekleidete Gruppe
Einheimischer, ist singend auf dem
Weg zu einer Hochzeit. Zurück auf dem
Meer zeigt Abdullatif, dass er keine leeren
Versprechen gemacht hat: Vor den
Augen der Bootsausflügler springen wie
auf sein Kommando fast 100 Delphine aus dem türkisklaren Wasser der Arabischen
See – in langer, auf und ab tauchender
Formation begleiten sie das Boot.
Auf den Gesichtern der Insassen, die entrückt
dem einmaligen Schauspiel folgen,
ist abzulesen: Das muss Glück sein.
Sokotras Tierwelt ist in der Tat weltweit einzigartig. 90 Prozent aller Reptilien,
die auf der Insel leben, sind endemisch –
unter ihnen gibt es allein 13 Gecko-Arten.
Nachts gehört die Insel den großen,
weißen Geisterkrabben, die bei ihrer Futter-
und Weibchenjagd nicht selten auch
verstohlen an den Zeltwänden kratzen. In
den Palmwäldern spüren die Einheimischen
die Schaum- oder Zibetkatzen auf,
Drachenblutbaum
um aus ihren Drüsen das Sekret herauszudrücken.
Daraus wird ein Duftstoff
gewonnen, aus dem Parfüm hergestellt
wird. Eine Ausbeutung, bei der die Tiere
nicht getötet, sondern nur kurzfristig
gefangen genommen werden.
Sokotra ist außerdem das Vogelparadies
im Nahen Osten: Von den über 100
Vogelsorten gelten sieben als einzigartig.
Einheimische Säugetiere sind hier jedoch
nicht zu finden – ebenso wenig wie
Hunde oder Hühner. Nutztiere wie Ziegen, Schafe, Rinder, Dromedare und Esel
wurden eingeführt. Vor allem die vielen Ziegen, die in den dichter besiedelten Gebieten nahe der Hauptstadt Hadibu das
Bild der Ebenen prägen, führen zu einer
Delphinspringen bei Shoab
zunehmenden Überweidung. Mit der
Folge, dass junge Pflanzen nur schwer gedeihen
und die Population der berühmten
Drachenbäume bereits nachgelassen
hat. In den entlegenen Regionen ist der
schonungsvolle Umgang mit der Natur
noch allgegenwärtig: Die Einheimischen
entnehmen dem Land nur das, was sie
zum Überleben und für den bescheidenen
Handel mit Fisch und Datteln benötigen:
Holzschlag, Anbau und Fischerei befinden sich hier im Einklang. Trotzdem ist der Einfluss des Festlandes auch
auf Sokotra spürbar: Rund 8.000 der geschätzten 55.000 Einwohner arbeiten als
Gastarbeiter in den Golfstaaten, auf deren
Transferleistungen kaum verzichtet
werden kann. Die intellektuellen Köpfe des Archipels, der keinerlei Industrie
aufweist, jedoch über ein gutes Schulsystem
verfügt, setzen auf neue Einnahmequellen
durch den Ökotourismus.
2003 gründeten sie die Socotra Eco-Tourism
Society (SES). Die SES stellt örtliche
Führer, Dolmetscher, Vogelkundler
und Botaniker, gibt Informationsschriften heraus und lenkt die 600 Touristen, die 2005 erwartet werden, in ausgewiesene
Pfade. Wer sich auf dieses Abenteuer
einlässt, gehört zu den Glücklichen.
Anreise
Verbindungen aus Deutschland nach Sokotra
mit Yemen Airways über Sana’a,
dreimal wöchentlich, Weiterflug jeden
Freitag über Mukalla, montags über
Aden.
Das Ticket in der Economy Class
kostet ab Frankfurt je nach Buchung
rund 600 Euro.
Für Tauchgepäck gibt es
eine Spezialrate.
Unterkunft
In der Hauptstadt Hadibu im Summerland
Hotel, außerhalb in Zelten oder unter freiem
Himmel.
Jemen-Reisen organisiert von November
bis April Touren in kleinen
Gruppen nach Sokotra.
Die Reisen
können auch in Verbindung mit einer
Reise durch das Wadi Hadramaut
oder den Bergjemen kombiniert werden.
Weitere Informationen unter:
www.jemen-reisen.de
Dagmar Dieterle ist
Journalistin und
Inhaberin einer
Presseagentur in
Stephanskirchen bei
Rosenheim. Sie bereist
den Jemen seit über
zehn Jahren regelmäßig,
berät Reiseveranstalter
in Sachen
Jemen und führt
regelmäßig Kunstausstellungen
über
arabische Kunst und
zum Thema Jemen
durch. Im Sommer
2006 fand eine Ausstellung
mit der Fotografin
Dagmar Steffen
zum Thema „Sokotra“ statt.
Tel.: 08036-9037-0
Mail: info@sanart.de
Copyright Dagmar Dieterle
Sokotra*: Das arabische Galapagos - von Wolfgang Wranik:
Würde man international orientierte Botaniker und Zoologen nach den spannendsten Inseln
der Erde fragen, Sokotra würde in der Spitzengruppe liegen. Nur an wenigen Punkten der
Erde außerhalb des Regenwaldgürtels lässt sich ähnlich viel entdecken. Und Entdecker –
Marco Polo war nur der berühmteste – hatte das Eiland einige.
Einer der ältesten Berichte findet sich in einem Segelhandbuch eines anonymen griechischen
Kapitäns aus dem Jahr 60 n.Chr. (Periplus Maris Erythraei). Von der Insel, die damals
noch „Dioscorides“ hieß, wird dort berichtet, sie sei groß, wasserreich, aber nur von wenigen
Menschen besiedelt – einem Völkergemisch aus Arabern, Indern und Griechen. Erwähnt
werden auch Krokodile, Schlangen, sehr große Eidechsen und vier Schildkrötenarten.
Als die ersten Wissenschaftler vor ca. 150 Jahren die Inselgruppe besuchten, fanden sie
zwar keine Spur von diesen großen Reptilien, dafür entdeckten sie genügend andere erstaunliche
Organismen.
Zu den botanischen Kostbarkeiten von Sokotra zählen die bis zu sechs Meter großen
Flaschen- und Melonenbäume, die in ihren dicken Stämmen Wasser und Reservestoffe
speichern. Sie und die Wolfsmilchsträucher und -bäume sind die Charakterpflanzen an der
Küste und am Fuß der Hänge.
Den berühmten Drachenbäumen, Verwandten der Agaven, begegnet man erst in Höhen
ab 400 Meter. Mit ihren weit ausladenden, vier bis acht Meter hohen Schirmkronen erinnern
sie ein wenig an Pilze. Ihr rotes Harz, das „Drachenblut“, ist ein begehrtes Heilmittel
und wird auf der Insel zum Färben von Töpferwaren verwendet. Das Alter dieser urwüchsigen
Bäume, deren Zahl auf Sokotra noch in die Tausende geht, wird auf einige hundert
Jahre geschätzt.
Zwei weitere Pflanzengruppen haben Sokotra bereits in der Antike berühmt gemacht:
Aloe-Extrakt und Weihrauch wurden schon damals exportiert. Noch heute wird der Aloe-
Saft nach alter Väter Sitte in ausgespannten Ziegenhäuten aufgefangen. Und drei Arten des
Boswellia-Strauches werden von den Einheimischen noch immer intensiv zur Weihrauchgewinnung
genutzt.
Über 800 Farne und Blütenpflanzen wurden bisher auf Sokotra gefunden, rund 30%
davon sind endemisch (d.h. kommen nur hier vor). Über 1000 Land- und Süßwasser-Tierarten
haben Experten erfasst, und mit weiteren Entdeckungen ist jederzeit zu rechnen. Allein
über 175 Vogelarten haben Spezialisten bisher auf Sokotra gesichtet – Vögel, von denen
mindestens sechs Arten endemisch sind und weitere 10 Unterarten nur auf dieser Inselgruppe
vorkommen. Artenreich und interessant ist auch die Reptilienfauna, denn 27 der 30
bisher beschriebenen Arten sind endemisch. Zu den wenigen giftigen, gefährlichen Tieren
gehören mehrere Skorpion- und Spinnenarten sowie die großen Hundertfüßer.
Doch auch Sokotra selbst ist eine Kostbarkeit: Nach Einschätzung der Internationalen
Naturschutzunion ist die Insel eine der unverfälschtesten tropischen Inseln der Erde. Das
liegt zum einen daran, dass Sokotra über Jahrzehnte hinweg aus militärstrategischen Gründen
weitgehend abgeschottet war. Bis 1990 war es Ausländern verboten, ohne Sondergenehmigung
die Inseln zu betreten. Zum anderen war die Insel noch vor wenigen Jahren zur
Monsunzeit von Mai bis September fast unerreichbar, da es bis dahin keinen festen Hafen
und keinen modernen Flugplatz gab.
Seit der Vereinigung des Jemen wurde die Insel allmählich der Außenwelt geöffnet, auch
für die Bewohner bieten sich seitdem vielfältige neue Möglichkeiten: Die Inselgruppe steht
an einem wichtigen Wendepunkt ihrer Geschichte. Da Inselsysteme bekanntermaßen empfindlich
auf Störungen reagieren, müssen besonders die ökologischen Belange beachtet
werden. Die jemenitische Regierung bemüht sich deshalb seit mehreren Jahren in Zusammenarbeit
mit wissenschaftlichen Einrichtungen des In- und Auslandes und internationalen
Organisationen, ein Konzept zur nachhaltigen Entwicklung zu erarbeiten: Es soll dringend
notwendige Wirtschafts- und Infrastrukturmaßnahmen beinhalten, aber auch die einmalige
Natur der Insel sichern.
In einem mehrjährigen Forschungsprogramm wurden auf den Inseln und im umliegenden
Meer die Tier- und Pflanzenwelt untersucht und Vorschläge für ein Schutzzonenkonzept
erarbeitet. Parallel dazu wurden mit Mitteln der EU Studien zur Entwicklung der Infrastruktur,
zum Umweltschutz und zum Ökotourismus durchgeführt. Die jemenitische Regierung
entwickelte daraus im Jahr 2000 einen „Conservation Zoning Plan for the Development
of Socotra“. Am 10. Juli 2003 erkannte die UNESCO die Inselgruppe als Biosphärenreservat
an, und es gibt Bemühungen, den Archipel von der UNESCO zum Naturerbe der
Menschheit erklären zu lassen.
Heute leben auf Sokotra ca. 40-50.000 Einwohner. Etwa 30 bis 35% der Menschen sind
Bergbewohner – Nachfahren der Ureinwohner, die in Großfamilien nach sehr traditionellen
Prinzipien leben und Viehzucht betreiben. In den Siedlungen der Küstenebene leben vor
allem Handwerker, Händler und Fischer südarabischen und afrikanischen Ursprungs. Entscheidend
wird letztendlich sein, ob es gelingt, die Bevölkerung in die Schutzbemühungen
für Sokotra aktiv einzubeziehen, ihr Interesse und Verständnis zu wecken und eine für die
Insulaner attraktive, aber auch umweltverträgliche Perspektive zu entwickeln.
Wenn Sie an einer Veröffentlichung interessiert sind, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung:
telefonisch 08036-90 37 11 oder per E-Mail: jemen@presseservice.net. Vielen Dank!
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